Kostenmiete einfach erklärt: Was steckt hinter dem fairen Mietpreis?

low angle view of clothes hanging on balcony

Du bist auf der Suche nach einer Genossenschaftswohnung in Zürich und stolperst immer wieder über den Begriff „Kostenmiete“? Keine Sorge, du bist nicht allein! Die Kostenmiete ist ein zentrales Prinzip bei Genossenschaften, städtischen Wohnungen und Stiftungen. Und sie ist einer der Gründe, warum das Wohnen dort oft günstiger und fairer ist als auf dem freien Markt.

Kurz gesagt: Die Kostenmiete ist der Mietpreis, der sich direkt aus den tatsächlichen Kosten für Bau, Unterhalt und Verwaltung einer Wohnung ergibt. Es wird also kein Gewinn draufgeschlagen, wie es bei vielen privaten Vermieter:innen üblich ist. Das Ziel: bezahlbarer Wohnraum für alle, die sich engagieren und mitgestalten wollen.

Wo gilt die Kostenmiete?

Die Kostenmiete findest du vor allem bei:

  • Genossenschaftswohnungen
  • Städtischen Wohnungen
  • Stiftungen

Das heisst: Wer in einer Genossenschaftswohnung lebt, zahlt keine Fantasiepreise, sondern einen Mietzins, der transparent und nachvollziehbar ist.

Woraus setzt sich die Kostenmiete zusammen?

Die Berechnung der Kostenmiete ist zwar offiziell ziemlich komplex, aber wir machen es dir einfach und zeigen dir, was alles drinsteckt, mit Beispielen aus dem Alltag:

A. Finanzierungskosten (Kapitalkosten)

  • Kosten für den Bau: Die Baukosten (z.B. 5 Millionen Franken für ein Mehrfamilienhaus) werden auf die Wohnungen verteilt. Deine Miete deckt also einen Teil dieser Investition ab.
  • Zinsen für die Bank: Für das geliehene Geld (Fremdkapital) zahlt die Genossenschaft Zinsen, meist orientiert am Referenzzinssatz. Beispiel: Bei 1,5% Zins auf 4 Millionen Franken sind das 60’000 Franken pro Jahr.
  • Kosten für das Land: Entweder ist das Land im Baupreis enthalten oder es wird ein jährlicher Baurechtszins bezahlt, wenn das Grundstück nicht der Genossenschaft gehört.

B. Betriebskosten (Laufende Kosten)

  • Reparaturen und Unterhalt: Die Heizung muss gewartet werden, der Garten gepflegt, kleine Reparaturen fallen an. All das wird über die Miete finanziert.
  • Rückstellungen: Damit das Haus auch in 20 Jahren noch schön ist, wird regelmässig Geld in einen Erneuerungsfonds gelegt. So können grössere Sanierungen bezahlt werden, ohne dass die Miete plötzlich explodiert.
  • Versicherungen: Gebäude- und Haftpflichtversicherungen schützen vor Schäden und sind ein Muss für jede Liegenschaft.
  • Verwaltung: Die Genossenschaft hat Mitarbeitende, die sich um die Buchhaltung, die Vermietung und die Technik kümmern. Auch deren Löhne werden über die Miete gedeckt.
  • Öffentliche Abgaben: Gebühren und Abgaben an die Stadt, zum Beispiel für Wasser oder Abfall, sind ebenfalls Teil der Kostenmiete.

Was ist NICHT in der Kostenmiete enthalten?

Ganz wichtig: In der Kostenmiete steckt kein Gewinn für die Genossenschaft! Im Gegensatz zur Marktmiete, wo oft ein ordentlicher Aufschlag für den Gewinn des Vermieters draufkommt, zahlst du bei der Kostenmiete wirklich nur das, was nötig ist. Und: Es werden keine Steuergelder verwendet, um die Wohnungen zu finanzieren. Alles wird von den Genossenschafter:innen selbst getragen.

Fazit: Kostenmiete – fair, transparent und solidarisch

Die Kostenmiete ist das Herzstück des genossenschaftlichen Wohnens in Zürich. Sie sorgt dafür, dass du nicht mehr zahlst als nötig und dass das Geld in die Gemeinschaft und den Erhalt der Wohnungen fliesst. So bleibt Wohnen bezahlbar.

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